Ein Anlaufpunkt für betroffene Frauen
In Trittau, einer kleinen Gemeinde im Herzen Stormarns, ist Saskia Betke eine wichtige Unterstützerin für Frauen, die in schwierigen Beziehungen leben. Mit ihrer Rolle als Gleichstellungsbeauftragte wirkt sie als Mentorin und Vermittlerin für all jene, die aus gewalttätigen Verhältnissen entfliehen möchten. Die Dynamik von Partnerschaftsgewalt hat in den letzten Jahren zugenommen, und Statistiken zeigen, dass etwa 70 Prozent der Betroffenen Frauen sind. Dies verdeutlicht, wie dringend Unterstützung auf lokaler Ebene nötig ist.
Hürden für Frauen auf dem Weg zur Freiheit
Frauen, die den Mut haben, sich aus einer gewalttätigen Beziehung zu befreien, stehen oft vor einer Vielzahl von Hürden. Fragen wie "Wo gehe ich hin?" oder "Was passiert mit meinen Kindern?" stellen sich in Momenten der Verzweiflung. Betke hat dies in ihrer täglichen Arbeit erfahren. Sie schildert: "Wenn ich kontaktiert werde, ist es oft schon so heikel, dass die Frauen gerne sofort ausziehen möchten, weil häusliche Gewalt droht. Viele wissen nicht, wohin sie sich wenden sollen." Diese Hilflosigkeit zeigt die tiefe emotionalen Belastung, unter der Frauen leiden, und stärkt die Relevanz ihrer Arbeit.
Netzwerk der Unterstützung
Saskia Betke beschreibt ihre Funktion als eine Kombination aus Erstberatung und Verweis an die richtigen Beratungsstellen. "Ich habe so eine Art Lotsenfunktion", erklärt sie. Durch ihr gut strukturiertes Netzwerk, welches psychologische Hilfe, finanzielle Unterstützung und rechtliche Beratung umfasst, ist sie in der Lage, die Frauen schnell zu den notwendigen Stellen weiterzuleiten. Diese Effizienz ist wichtig, da betroffene Frauen oft unter Druck stehen und schnelle Entscheidungen treffen müssen.
Aufklärung und Aktionen gegen Gewalt
Zusätzlich zu ihren individuellen Beratungen organisiert Betke öffentliche Veranstaltungen wie Ausstellungen und Filmvorführungen, um das Bewusstsein für Gender-Gewalt zu schärfen. Bis zum 22. Februar findet im Campehaus die Ausstellung "Gemeinsam gegen Sexismus" statt, die genau diese Themen in den Fokus rückt. Am Weltfrauentag, dem 8. März, lädt sie zudem zu einer Filmvorführung ein, gefolgt von einem Austausch über Erfahrungen und Lösungen. Diese Initiativen sind wichtig, um die Gemeinschaft zu mobilisieren und ein Netzwerk für Diskussion und Aufklärung zu schaffen.
Historische Perspektiven zur Gewalt gegen Frauen
Historisch gesehen wird häusliche Gewalt oft als tabuisiert betrachtet. Doch die gesellschaftliche Wahrnehmung hat sich in den letzten Jahren geändert. Bewegungen wie #MeToo und internationale Kampagnen haben dazu beigetragen, dass mehr Frauen ihre Erfahrungen öffentlich machen. Diese Veränderungen sind essenziell, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, die Frauen in ihrer täglichen Realität erleben. Sie fördern eine Umgebung, in der Frauen sich sicherer fühlen, ihre Stimme zu erheben.
Die Bedeutung von lokalen Anlaufstellen
Betkes Arbeit zeigt, wie wichtig es ist, dass es lokale Anlaufstellen gibt, die nicht nur Unterstützung bieten, sondern auch als Informationsquelle dienen. Gerade in ländlichen Gebieten, wo die Anonymität geringer ist, ist eine vor Ort befindliche Kontaktperson von unschätzbarem Wert. Saskia Betke hebt hervor: "Es ist total wichtig, jemanden vor Ort zu haben, der das ganze Angebot von Netzwerken auf dem Radar hat."
Wege zur Unterstützung suchen
Falls Sie oder jemand, den Sie kennen, von häuslicher Gewalt betroffen ist, ist es wichtig, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Kontaktieren Sie Saskia Betke unter der Telefonnummer 04 154 8079-41 oder per E-Mail an Gleichstellung@Trittau.de. Sie bietet wertvolle Informationen und Hilfe an, um gezielte Unterstützung zu finden, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten ist.
Um eine informierte und sichere Gemeinschaft zu schaffen, ist es entscheidend, dass wir über diese Themen sprechen und Frauen in ihren schwierigen Situationen unterstützen. Der Mut einer einzelnen Frau kann viele inspirieren und letztlich die Gesellschaft positiv verändern.
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