Wie Lieselotte Kröhnert das alte Müllerhaus rettete
In der kleinen Gemeinde Emmelsbüll-Horsbüll hat eine bemerkenswerte Frau, Lieselotte Kröhnert, eine unter Denkmalschutz stehende Reetdachkate vor dem Abrutschen bewahrt. Diese alte Kate aus dem Jahr 1740, einst ein Müllerhaus, stand vor einer dramatischen Bedrohung durch die sich verändernden Wasserstände des nahegelegen Sielzugs. Die Gefahren für das historische Gebäude erhöhten sich durch große Risse in den Wänden und die Einbrüche des Fundaments. Lieselotte setzte alles daran, Unterstützung für das Gebäude zu finden und ihre Bemühungen wurden schließlich von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz belohnt.
Die Bedeutung des Müllerhauses
Die Kate hat nicht nur einen historischen Wert, sondern ist auch ein Zeuge der regionalen Baukultur. Sie steht auf dem "Goldenen Ring", der ersten geschlossenen Deichanlage von Ostfriesland bis Nordfriesland, und ist somit ein wichtiger Teil der Geschichte dieser Gegend. Im Inneren des Gebäudes finden sich noch originale Elemente, die das alltägliche Leben der früheren Müller widerspiegeln. Die Anwesenheit von Alkoven und einem Kellerraum macht es zu einem besonderen Bauwerk.
Der Kampf um die Finanzierung
Die Rettung des Müllerhauses erforderte schnelle Entscheidungen und finanzielle Unterstützung. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz stellte letztlich 153.787 Euro zur Sicherung des Ufers bereit, was für ein so kleines Bauwerk eine hohe Summe darstellt, angesichts der Gesamtkosten von fast 400.000 Euro. Kröhnert musste Gespräche mit mehreren Institutionen führen, um alles rechtzeitig zu koordinieren und benötigte Hilfe zu bekommen.
Die Rolle der Gemeinschaft
Der Erfolg dieser Rettungsaktion zeigt die Kraft der Gemeinschaft. Kröhnert mobilisierte Nachbarn, Freunde und Fachleute, um Hilfe herbeizurufen. Die Dankbarkeit, die sie nach der Durchführung der nötigen Baumaßnahmen ausdrückte, ist ein Zeichen dafür, wie wichtig es ist, zusammenzuarbeiten, um kulturelles Erbe zu schützen. Ihr Einsatz hat nicht nur die Kate gerettet, sondern auch das Bewusstsein für die Erhaltung solcher Gebäude geschärft.
Ein Blick in die Zukunft
Die positive Nachricht von der Rettung des Altbaus ist auch ein Hoffnungsschimmer für andere denkmalgeschützte Gebäude in der Region. Dieser Erfolg könnte Nachahmer finden und inspirieren, selbst aktiv zu werden. Immer mehr Menschen erkennen den unersetzlichen Wert des kulturellen Erbes und die Notwendigkeit, es für künftige Generationen zu bewahren.
Ein neuer Weg zur Denkmalpflege?
Die erfolgreiche Rettung der Reetdachkate könnte als Modell für ähnliche Projekte dienen. Es zeigt, dass es möglich ist, Barrieren zu überwinden und die notwendigen Ressourcen zu mobilisieren, um historische Bauwerke zu erhalten. Wenn mehr Gemeinschaften an einem Strang ziehen, kann der Erhalt von Erbe und Geschichte gesichert werden. Schließlich handelt es sich nicht nur um Mauern, sondern um Geschichten und Erinnerungen, die weitergegeben werden müssen.
Schlussfolgerung
Das Engagement von Lieselotte Kröhnert ist ein Beispiel dafür, wie individuelle Initiative und gemeinschaftlicher Zusammenhalt eine bedeutende Rolle im Erhalt unseres kulturellen Erbes spielen können. Es ist wichtig, dass junge Familien und zukünftige Generationen sich auf die Geschichten ihrer Umgebung beziehen und die Bedeutung von historischem Erbe erkennen und wertschätzen. Ein Besuch in Emmelsbüll-Horsbüll könnte nicht nur eine schöne Zeit in der Naturlandschaft bieten, sondern auch ein tieferes Verständnis für die lokale Geschichte fördern.
Wir sollten der Rettung solcher wertvollen Gebäude unsere volle Unterstützung widmen und uns fragen, was wir tun können, um ähnliche Initiativen in unseren eigenen Gemeinden zu unterstützen.
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