Der Traum einer Schneiderin: Viktoria Osmokha in Flensburg
In Flensburg, einer charmanten Stadt im Norden Deutschlands, hat sich die Ukrainerin Viktoria Osmokha ihren Traum von einer eigenen Schneiderei erfüllt. Nach der Flucht aus ihrer Heimatstadt Charkiw hat sie besonders viel Leidenschaft und Hingabe in ihren neuen Lebensweg gesteckt. Seit genau drei Monaten betreibt sie nun ihre eigene Änderungsschneiderei in der Friesischen Straße und fühlt sich in ihrem neuen Zuhause wohl. "Es ist sehr schön hier", erzählt die 33-Jährige mit einem Lächeln.
Von der Flucht zur Leidenschaft
Vor fast vier Jahren begann in Viktorias Leben eine große Veränderung. Der Krieg in der Ukraine zwang sie zur Flucht. "Es war gefährlich dort", erinnert sie sich. Trotz der Herausforderungen ließ sie ihre große Industrienähmaschine zurück und kam ohne das wichtige Werkzeug nach Deutschland. Doch Aufgeben war für sie keine Option. Vier Monate lang näht sie alles von Hand, bevor sie in Deutschland endlich ihre erste Nähmaschine fand. Dies zeigt ihren unermüdlichen Willen, ihr Handwerk auszuüben und sich ein neues Leben aufzubauen.
Ein besonderes Verhältnis zu ihren Kunden
Osmokha hat schnell einen besonderen Platz in der Flensburger Gemeinschaft gefunden. Besonders schätzt sie an ihren Kunden deren Bewusstsein für Qualität und Nachhaltigkeit. "In Deutschland denkt man mehr über Reparaturen nach. Viele bringen mir sogar alte Socken mit, die eine große emotionale Bedeutung für sie haben", sagt sie. Diese Wertschätzung für Nachhaltigkeit ist in der Ukraine noch nicht so weit verbreitet. Hier hat sie den Eindruck, dass Menschen gerne Dinge länger nutzen und reparieren lassen, statt sie wegzuwerfen.
Viktorias kreative Herausforderungen
In ihrer Schneiderei geht es nicht nur um das Kürzen von Hosen. Stattdessen geht es um die Rettung und Wiederbelebung von Lieblingsstücken. Kunden kommen mit verschiedenen Herausforderungen zu ihr – sei es die Reparatur eines wasserdichten Reißverschlusses an einer Winterjacke oder das Umarbeiten eines besonderen Kleides. "Wenn der Kunde lacht und zufrieden ist, freut mich das so sehr", sagt sie. Ihre Begeisterung für das Handwerk ist ansteckend und zeigt sich in ihrer Hingabe für ihre Arbeit.
Berufskrankheit: Die Leidenschaft bleibt
Viktoria kann ihre Leidenschaft für die Näherei selbst im Alltag nicht ablegen. Wenn sie im Bus sitzt, beobachtet sie automatisch, was die Passagiere tragen. "Wenn eine Naht schief ist oder etwas nicht richtig sitzt, fällt mir das sofort ins Auge", bestätigt sie mit einem lachenden Gesicht. Diese "Berufskrankheit" ist Zeuge ihrer Leidenschaft und ihres Engagements für Perfektion in ihrer Arbeit.
Der Weg in die Zukunft
Doch Viktoria hat noch größere Ziele vor Augen. Neben ihrem erfolgreichen Start in Flensburg möchte sie ihre Deutschkenntnisse weiter verbessern und plant, eine spezielle Reparaturtechnik aus Japan zu erlernen, um Löcher in feinen Stoffen nahezu unsichtbar zu reparieren. "Ich liebe es, immer wieder etwas Neues zu lernen", ergänzt sie.
Fazit: Inspiration und Hoffnung
Viktoria Osmokhasgeschichte erinnert uns daran, dass es selbst in den schwierigsten Zeiten Hoffnung und neue Lebenswege gibt. Ihr Mut, ihr Talent und ihre Leidenschaft für das Schneiderhandwerk sind ein Beispiel dafür, wie tief die menschliche Fähigkeit ist, sich neu zu erfinden und zu wachsen. Die Flensburger sind glücklich, eine so talentierte Persönlichkeit in ihrer Mitte zu haben. Wenn Sie also auf der Suche nach einer Änderung oder einer ganz persönlichen Anfertigung sind, ist Viktorias Schneiderei definitiv einen Besuch wert.
Add Row
Add
Write A Comment