Rund 200 Haushalte rund ums Dorfmuseum am Thie waren zu diesem Zeitpunkt ohne Wasser – ohne Vorwarnung, völlig überraschend.
Teil 2: Sehr spät am Abend traf ein Ingenieur ein. Mit moderner Messtechnik machte er sich daran, das Leck exakt zu orten. Die Feuerwehr hatte den betroffenen Straßenbereich inzwischen weiträumig abgesperrt.
Menschen standen unter der Dusche, wollten gerade die Toilette benutzen oder hatten die Waschmaschine laufen, als plötzlich nichts mehr ging.
Für seine Messungen ließ der Ingenieur das Wasser noch einmal kurz anstellen. Dann war klar: Die Schadstelle war gefunden. Er markierte den Punkt auf der Straße. Seine fachliche Einschätzung: ein Rohrbruch, ausgelöst durch starke Scherkräfte im Boden – Bewegung im Erdreich, begünstigt durch Frost und Spannung.
Inmitten dieser nächtlichen Ausnahmesituation zeigte sich erneut die stille Herzlichkeit des Dorfes. Ein Bewohner reichte dem Ingenieur Schokolade. Eine kleine Geste, die viel sagt. Zuhause wartete seine Frau mit einer warmen Hühnersuppe auf ihn – zu einer Zeit, zu der er längst hätte daheim sein können. Die Anfahrt hatte fast eine Stunde gedauert.
Während das Dorf langsam zur Ruhe kam, ...
die Lichter in den Häusern erloschen und sich die Bewohner die warmen Bettdecken bis unter die Nase zogen, begann für andere die eigentliche Arbeit erst. Von 23 Uhr bis in die frühen Morgenstunden, etwa bis 6 Uhr, waren die Männer vom Wasserwerk im Einsatz, um den Rohrbruch zu beheben – unter extremen Bedingungen.
Die Nacht war frostig, mit Temperaturen zwischen minus sieben und minus acht Grad. Der Wind war deutlich spürbar und ließ die Kälte noch tiefer in Kleidung und Knochen ziehen. Der Boden war hart wie Beton. Mit schwerem Gerät und klammen Fingern arbeiteten sie sich durch den gefrorenen, lehmigen Untergrund, holten Schlamm und Erde aus dem tiefen Loch, Zentimeter für Zentimeter.
Der Moment, in dem die Ursache sichtbar wurde
Als die beschädigte Stelle freigelegt war, wurde das Rohr fachgerecht repariert. Danach sicherten die Arbeiter die Baustelle sorgfältig ab – damit am Morgen niemand gefährdet wird, wenn der Verkehr wieder anrollt und die ersten Menschen zur Arbeit fahren.
Das Loch blieb zunächst offen. Nach getaner Arbeit in der Nacht fuhr die Nottruppe nach Hause – erschöpft, durchgefroren, aber mit dem guten Gefühl, das Nötigste getan zu haben. Der nächtliche Einsatz war unumgänglich gewesen, weil so viele Haushalte betroffen waren und die Versorgung schnellstmöglich wiederhergestellt werden musste.
Am Morgen, ab 8 Uhr, rückte eine zweite Truppe an. Ihre Aufgabe: die offene Stelle zu sichern und das Loch zu verfüllen. Aufgrund des anhaltenden Frostes war es jedoch nicht möglich, das Pflaster sofort wieder einzusetzen. Diese Arbeiten werden bei geeigneter Witterung nachgeholt.
Trotzdem konnte die Baustelle aufgelöst werden. Der Weg ist nun wieder begehbar, der Alltag kehrt zurück – fast so, als wäre nichts gewesen. Fast.
Es war eine Nacht, die kaum jemand mitbekam. Und doch ist sie ein stilles Beispiel dafür, wie viel Einsatz, Verantwortung und Professionalität im Hintergrund nötig sind, damit morgens alles wieder funktioniert.
Fleißige und unerschrockene Helfer – Danke.
Add Row
Add
Write A Comment