Es war früher Abend, draußen längst dunkel, die meisten Menschen saßen bereits beim Abendessen. Und doch begann genau in diesem Moment eine Geschichte, die zeigt, was ein Dorf ausmacht.
Gegenüber dem alten Dorfmuseum am Thie in Hoisdorf lief Wasser über die Straße – bei klirrender Kälte, fast minus zehn Grad. Das Wasser bahnte sich seinen Weg über den Asphalt, glitzernd im Schein der Laternen, gefährlich glatt. Eine aufmerksame Radfahrerin bemerkte die Situation, hielt an und klingelte beim Nachbarhaus. Ihre Worte waren klar und dringlich:
„Die Straße ist unter Wasser.“
Von da an ging alles schnell. Ein Anwohner reagierte sofort, die Feuerwehr wurde alarmiert. Nur Augenblicke später durchbrachen Sirenen die Abendruhe. Blaulicht flackerte, die Straße wurde hell erleuchtet, der Bereich abgesichert. Der Bürgermeister war einer der Ersten vor Ort. Die Feuerwehr traf ein, suchte nach der Ursache, klärte Zuständigkeiten, informierte die Wasserwerke. Schließlich wurde das Wasser in der Straße abgestellt.
Was dann folgte, war stille, selbstverständliche Solidarität. Nachbarn verständigten sich untereinander, füllten Wasser ab, halfen sich aus, sprachen miteinander. Kein Chaos, kein Durcheinander – sondern norddeutsche Gelassenheit und Zusammenhalt. Jeder wusste, was zu tun ist. Alles griff ineinander.
Gerade in solchen Momenten zeigt sich der große Vorteil eines Lebens jenseits anonymer Stadtstrukturen. Hier kennt man sich. Hier schaut man hin. Hier klingelt jemand, statt wegzufahren. Hier kommt Hilfe nicht irgendwann, sondern sofort.
Ein besonderer Dank gilt der unbekannten Radfahrerin. Ohne ihr aufmerksames Handeln hätte die Situation deutlich schlimmer ausgehen können. Sie steht stellvertretend für das, was an diesem Abend spürbar wurde: Verantwortung füreinander.
Die Lage ist unter Kontrolle. Nun warten alle auf die Wasserwehr.
Fortsetzung folgt ...
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